Orkpiraten

Thinking and Playing and Testing

Osama bin Laden ist tot. Kommandoaktion. Vielleicht mit ausdrücklichem Ziel ihn zu fassen, vielleicht aber auch wirklich mit dem Ziel ihn zu töten, dass weiss man noch nicht so genau. Da kann man jetzt von halten was man will. Insbesondere wenn man an nicht an deutsche Gepflogenheiten oder Rechtslagen gewöhnt ist, kann man das sogar vielleicht gutheißen. Mit etwas Glück fehlt Al-Quaeda da jetzt die Einheit.

Was aber gar nicht geht: Wenn sich eine Bundeskanzlerin, mit Amtseid auf das deutsche Grundgesetz, vor die Presse stellt und sagt:

Ich bin heute erst einmal hier, um zu sagen: Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, bin Laden zu töten.

Wohlgemerkt, das hat sie nicht einfach so dahingesagt, sondern auf die explizite Frage hin, denn auch deutsche Sicherheitskräfte in der Lage sein sollten, auf diese Weise gegen Terrorhäupter vorzugehen. Eine Frage, die sie im übrigen dann auch komplett unbeantwortet lässt. Denn manche Dinge muss man ja einfach machen.


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Knight-Ridder (eh? eh?!) hat 1994 ein Video über Tablets veröffentlicht – als DIE Möglichkeit der Zukunft, um interaktiv Inhalte zu konsumiere. Das Mock-Up was sie da zeigen sieht ziemlich genau so aus, wie das, was wir heute in den Läden sehen. Allerdings ist das mit der Interaktivität der Medieninhalte immer noch nicht so weit her. Dennoch, eine beeindruckende Vorhersage:


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Warning, possible spoilers below!

I'm kinda wondering: There hasn't been a feminist rant regarding the HBO premiere of George R.R. Martins A Game of Thrones. Why? Because the TV version changes some things for the worse.

Granted, any book adaption simply has to change things, shorten scenes, leave out some storylines, especially if tackling a big and convoluted work like Martins Song of Ice and Fire. And overall, HBO did a fantastic job: The actors, the mood, the costumes, the sets – it all shows the Westeros I imagined.

But towards the end of the first episode, we get two sex scenes that, hmm, kinda blew it for me. First of all, apparently everyone important in Westeros goes at it doggy style. Even the high-and-mighty arrogant Cersei. Does she want to compensate for something here?

But worst is the first coupling of Khal Drogo and Daenaerys: The book takes several pages to bolster the princesses confidence, to set up the tone that she finally is at a place where she doesn't have to be afraid. She isn't just put on that horse, but she rides it out of her free will and with evident pleasure. And later on, during the wedding night, she does the same with the barbarian she was forced to wed, understanding and enjoying the customs of the Dothraki. The result is an empowered and awakened princess Daenaerys.

HBO though just cuts that whole thing down to a few minutes of showing that the Dothraki are really brutal and uncivilized (at one point two men literally fight to the death over the right to continue humping one woman) and then immediately cuts over to how Khal Drogo rapes Daenaerys. Granted, he does it without beating, cursing or anything, but yes, it's a rape.

Right now, I cannot see how that is supposed to be the foundation of a future career as self-confident and empowered queen. Unless of course, they resort to the age-old mysogynistic path of “every woman secretly wants it anyway”...


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Vorweg etwas persönliches: Ich hab ein seltsames Verhältnis zu Büchern. Ich kann zum Beispiel keine Bücher direkt selbst vernichten. Seit gut 20 Jahren habe ich nicht ein einziges Buch verbrannt, in den Müll geworfen oder sonstwie zerstört.

Stattdessen verschenke ich sie, lasse sie via Bookcrossing irgendwo liegen oder werde sie sonstwie los. Aber sie werden nicht durch meine Hand zerstört. Das kann ich irgendwie nicht, so irrational das auch ist.

Aus dieser Warte sind mir Bücherverbrennungen auch zutiefst zuwider. Selbst wenn es sich um üble Machwerke und Haßschriften handelt.  Das bedeutet natürlich nicht, dass es in unserer Überflußgesellschaft nicht doch hin und wieder notwendig ist, überflüssiges Papier einer anderen Bestimmung als dem ewigen Aufenthalt in einem Regal zuzuführen. Das ist mir rational vollkommen klar.

Aber als Ausdruck der Verachtung? Zur Unterdrückung anderer Ansichten oder “falschen Wissens”? Nein, auf gar keinen Fall. Man. Verbrennt. Keine. Bücher. Punkt.

Jetzt aber zum eigentlichen Grund für diesen Post: Da verbrennt ein Depp auf der einen Seite der Welt ein einzelnes Buch, und auf der anderen Seite der Welt werden daraufhin Menschen umgebracht und verprügelt.

Das ist so unfassbar unglaublich, dass kann ich gar nicht richtig in Worte fassen. In den Medien wird jetzt darüber debattiert, wer denn Schuld an den Morden hatte, warum sowas passiert, was das für Auswirkungen auf die Politik haben sollte, und so weiter und so fort. Andere ereifern sich, dass man doch nun deutlich sehen können, wie barbarisch diese oder jene Religion sei, wie rücksichtslos diese oder jene Nation, und so weiter und so fort.

Ich bin jetzt sicherlich kein Religionsexperte. Aber selbst ich weiß, dass es nicht “den” Islam gibt, genausowenig wie es “das Christentum” gibt. Und das, was einige Spinner in einem Land treiben, dessen allgemeine kulturelle Entwicklung die Sache mit “da gibt es noch andere und vor allem andersdenkende Menschen, das darf so sein” schlicht noch nicht verstanden hat (und hey, seien wir mal ehrlich: Wir haben das auch noch lange nicht gegrokt), hat doch nun nichts mit dem Sammelbegriff dieser oder jener Religion zu tun.

Die eine große Erkenntnis unserer Epoche sollte sein, dass es kaum noch homogene Menschengruppen größer als vielleicht 50 bis 100 Personen gibt. Wir sind vielleicht keine einzigartigen Schneeflocken, aber sobald wir auf eine größere Gruppe Menschen zeigen und denen eine Eigenschaft zuweisen, dann liegen wir mit ziemlicher Sicherheit falsch.

Leider hat sich unsere Fähigkeit, Geschehnisse auf der anderen Seite der Welt zu beeinflussen, schneller entwickelt, als unsere Bereitschaft, auch nur die Menschen in Frieden zu lassen, die nicht mal einen Bruchteil so weit entfernt sind.


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Englischsprachige Filmtheater haben es in Hamburg schwer. Erst machte das Grindel zu, jetzt steht es schlecht ums Streit's.

Allerdings muss man fairerweise sagen, dass es nicht das Problem der schlechten Besucherzahlen oder eines gierigen Kinobetreibers zu sein scheint, dem die Einnahmen nicht reichen. Ebenso wie beim Grindel hat hier der Vermieter sich dazu entschlossen, das Gebäude einer anderen Nutzung zuzuführen.

Als Kinobesucher steht man da wie der Ox vorm Berg: Man kann ja schlecht den Vermieter zwingen, sein Gebäude so oder so zu nutzen. Spenden, Demonstrationen, Unterschriften... all das kann zwar mehr oder weniger Meinungsdruck erzeugen, aber kaum wirklich was bewirken.

Nach meinem letzten Stand ist Christoph Reimers Immobilien e.K.  der Eigentümer – ein Einzelunternehmer. Jemand, der für dieses Geschäft nicht einmal eine Homepage zu haben scheint. Eine Facebook-Gruppe wird den sicher beeindrucken.

Das Problem ist schlicht, dass Kinos gerade in der “richtigen” Innenstadt im Vergleich zu Büros und Luxusläden unattraktive Mieter sind. Und solange ihnen die Gebäude nicht gehören, oder sie diese von einem Gönner erwschinglich vermietet werden, werden sie immer wieder aus solchen Lagen vertrieben werden. Siehe City & Grindel, siehe auch UFA – es scheint ein Wunder, dass das Passage wieder da ist.

Was hilft? Ich vermute nur eine gezielte Kulturförderung durch die Politik – und sei es nur durch hilfreiche Bauauflagen.


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Carta und Spreeblick waren natürlich schneller, aber das ist so bezeichnend für unsere Medienlandschaft, das glaubt man gar nicht. Dass ich einmal einen Mitarbeiter der schwarz-gelben Regierung loben würde, hätte ich echt nicht gedacht, aber Steegmanns rockt! Ich hätte so nach der zweiten, spätestens dritten Nachfrage die Holofernes gemacht: “Ich glaub es hackt, habt Ihr Dumpfbacken keine wirklich wichtigen Fragen als diese absoluten Nebensächlichkeiten?!”


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Ich hatte ja versprochen, dazu noch etwas zu schreiben: Michael Söth weist ja auf der Rückseite der Deichking-DVD eindringlich und in drastischen Worten darauf hin, daß Raubkopien ja ein finanzielles Desaster für Kleinstproduktionen wie zum Beispiel Deichking seien.

Danach erklärt er kurz, dass solche Produktionen in der Regel selbstfinanziert sind, und doch auch unterstützenswert seien. O-Ton: “Oder hört auf, euch über die Scheißfilme, die täglich im TV und Kacksongs, die im Radio laufen zu beschweren.”

Ja gut, sachlich hat der Mann Recht: Solche Produktionen gehören unterstützt. Und nur wenn das passiert, wird das Niveau der produzierten Filme steigen können. Und wenn jemand 100.000 € eigenes Geld investiert, ohne vorher schon Millionär zu sein, dann ist das ein beträchtliches Risiko. Na klar ärgert man sich da, wenn der Film dann massenhaft kopiert wird.

Aber: Mit Verlaub, Filme wie Deichking werden nicht massenhaft raubkopiert. Siehe meinen Beitrag Tauschbörsentrouble von vor ein paar Jahren. Das ist das eine. So sehr es auch dem Ego schmeicheln mag (“Die raubkopieren MEINE Sachen! Tausendfach!”), die Realität sieht leider anders aus. Ich behaupte mal dreist, dass die Anzahl der übers Internet verbreiteten und angesehenen Deichking-Kopien maximal im unteren dreistelligen Bereich liegen. Eine Torrent-Suche gibt heute zum Beispiel nur noch tote Links raus.

Dafür dann aber eine passiv-aggressive Publikumsbeschimpfung (“Kopier mich nicht, sonst klaust Du mir das Brot vom Teller!”) auf der Verpackung des gerade eben gekauften Produktes durchzuführen finde ich ..

...gelinde gesagt  kontraproduktiv. Wer diesen Text liest, tut das, weil er gerade freiwillig Geld für das Produkt ausgegeben hat. Meistens sogar zum zweiten Mal, da der Film wahrscheinlich schon im Kino oder im Fernsehen (bezahlt via GEZ) gesehen hat.

Ich werde auch den nächsten Film von Herrn Söth kaufen, der Teaser sieht nämlich lustig genug aus. Aber ich hoffe doch sehr, dass der in etwas freundlicherem Tonfall verpackt wird.


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Ich sag ja immer: Der Deutsche Film ist gar nicht tot. Allerdings sollte man ihn lieber in den kleinen Independant-Produktionen suchen, wie Deichking oder eben der gestern gesehene “Bis zum Ellenbogen”.

Diese schwarze Komödie ist, genau wie Deichking auch, aus 2007, damals aber völlig an mir vorbeigegangen. Im Kern ist es eine Variante von Immer Ärger mit Harry/Bernie, bietet dabei aber eine durchaus eigene Story, mit ganz eigenem Charme und schön gezeichneten Charakteren. Kurz gefasst: Der naive Bankangestellte Sven stirbt auf einer Almhütte, und die beiden Zufallsbekanntschaften Willi (Hartz IV-Empfänger) und Achim (Berufsschwiegersohn und NLP-Trainer) schaffen jetzt seine Leiche nach Sylt um damit einen Bankraub durchzuziehen.

Man merkt schon bei der ersten Einstellung, dass es sich hier nicht um eine Hochglanzproduktion sondern um ein Kind der Liebe handelt, mit verhältnismäßig minimalen Mitteln gedreht. Auch das Timing der Szenen, die häufig eigenwiligen Momente sind sicherlich nicht mainstream-tauglich, aber aus meiner Sicht macht das den Film nur noch liebenswerter. Zu Anfang kann man eigentlich weder Willi noch Achim leiden, beide haben offensichtliche soziale Defizite. Aber man gewinnt sie lieb, während sie sich mit dem (immer stärker stinkenden) toten Sven quer durch Deutschland plagen.

Dazu kommt, dass ganz behutsam immer wieder auch sehr liebenswerte Eigenschaften und Fähigkeiten wie nebenbei präsentiert werden. Das überrascht zwar nicht, und die meisten Verwicklungen sieht man natürlich meilenweit kommen, aber bei Filmen dieser Art ist eh der Weg das Ziel (da der Film während der WM 2006 gedreht wurde sorgt auch das übrigens immer wieder für Seitengags und Ambiente).

Ich war jedenfalls hervorragend unterhalten, und empfehle den Kauf der DVD uneingeschränkt.

(Zum Kauf von DVDs, Kleinproduktionen und Filmpiraterie schreib ich übrigens später nochmal was. Michael Söth hat dazu nämlich was auf das DVD-Cover vom Deichking geschrieben, und das muss ich noch kommentieren...)


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In meinem Teil der Buzz/Facebook/Blogosphäre machte vorgestern ein Beitrag vom Lawblog die Runde: Unsere Schönwetter-Rechte Die Kernthese? Dadurch, dass es in Deutschland kein Beweisverwertungsverbot gibt, also illegal erlangte Blutproben, Durchsuchungsbefehle und ähnliche Dinge dennoch zur Verurteilung herangezogen werden können, komme es zu einer fatalen Erosion der Bürgerrechte.

Das Ergebnis streite ich nicht ab. Auch ich bin erschrocken über die immer wieder (meiner Ansicht nach in letzter Zeit gehäuften) Meldungen über Aktionen der Staatsgewalt die jedes Maß und jegliche Rechtsgrundlage vermissen lassen, gleichzeitig aber nur negative Folgen für die Betroffenen, nicht aber für die Rechtsbeuger im Amt haben.

Die Ursache sehe ich aber woanders. Tatsächlich halte ich es schon für sinnvoll, das staatliche Strafverfolgungsinteresse hochzuhalten. Und wenn ein Beamter einen Fehler macht, wissentlich oder unwissentlich, so sollte deswegen ein schuldiger Verbrecher nicht straffrei davonkommen.

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass damit der Rechtsbruch eines Polizisten, Staatsanwaltes oder nachlässigen Richters legitimiert wird. Im Gegenteil, ich sehe gerade diese Personengruppe in besonderer Verantwortung das Recht zu achten. Bei Fehlverhalten sollte also nicht das Verfahren leiden, aber mit Sicherheit derjenige der den Fehler begangen hat. Wie wäre es, wenn man an dieser Stelle rechtswidrige Aktionen so behandelt, als wären sie eben nicht von Amtsträgern begangen worden?

Aus einer nicht-legitimierten Hausdurchsuchung würde damit schwerer Einbruchdiebstahl, ja sogar bandenmäßig organisiert und bewaffnet. Natürlich muss das dann auch sauber strafrechtlich verfolgt werden, und das Opfer hat dann selbstverständlich Schadensersatzansprüche gegen die Täter.

Ich glaube, das wäre dann ein ausreichender Grund für alle Beteiligten sich vor solchen Aktionen gründlich über deren Rechtmäßigkeit Gedanken zu machen.


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Habe ich gestern nicht noch erwähnt, dass Two Wheels Good wie eine Galerie ausschaut? Verdammt, das ist eine Galerie.

Aber von Anfang an: Heute war ich zwecks weiterer Zweiradbegutachtung im Karoviertel, bei Holybikes, einem Laden der sich auf Cruiser, Townster und Chopper Fahrräder spezialisiert hat. Und beinahe wäre ich mit dem Electra “Super DeLuxe” nach Hause gefahren. Das Rad schaut aber so edel aus, da hätte ich irgendwie ständig Angst drum. Ansonsten übrigens ein sehr schmuckes Ding. Ganz entschieden hatte ich mich beim Verlassen des Ladens noch nicht (irgendwie hab ich mich leichter mit der Auswahl eines Autos getan), und so fuhr ich nochmal in die Bismarckstraße zu Two Wheels Good. Während der Bahnfahrt hatte ich mich dann fast selbst soweit, das VanMoof sollte es jetzt sein.

Den Laden betrat ich dann mit den Worten “Tach, ich war vorgestern da, ich will jetzt das VanMoof No. 5 kaufen”. Und wunderte mich im gleichen Moment über den, ahem, aufgeräumten Zustand des Ladens. Dass ich gerade aus einem doch eher vollgeparktem Fahrradladen kam verstärkte den Eindruck. Gegenüber zu vorgestern standen nun gerade eine Handvoll Räder dekorativ und recht einsam im Raum herum. Ja, man hätte heute Abend ein Dingsda, mit Häppchen und Vortrag, und daher seien die Räder jetzt größtenteils im Lager.

Das jetzt auch nicht so um die Ecke schien, man vertröstete mich auf Morgen. Mein Samstag ist nun leider schon verplant, also antwortete ich mit “ja gut, dann bis Montag”.

Erm.. Nein. Montag sei man meistens nicht da. Ist das jetzt ein Fahrradladen oder ein Restaurant?

Ich bleib dabei: Die Leute sind nett. Das VanMoof ist weiterhin mein Favorit. Aber ich werde Carstens Vorschlag mit Megabike wohl auch noch mal nachgehen...


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