Orkpiraten

Thinking and Playing and Testing

Seit einiger Zeit schwärme ich ja den Spielern meiner Montagsrunde von der ORE vor, und wie schön man damit spielen könne. Nachdem Jörg bei seinen Gastauftritten das gleiche gemacht hatte, wurden einige Neugierig genug um das alles selbst einmal kennenlernen zu wollen.

Also trafen wir uns vorgestern in kleiner Runde um das Mondmeer unsicher zu machen. Da mehr Spieler ja häufig auch mehr Spaß bedeuten, stieß Karsten noch kurzfristig dazu.

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Momentan ist ja der Dschungel von Bataar Handlungsort meiner “See der Tausend Inseln” Kampagne. Die Spieler sollen Gelegenheit bekommen, sich mit den für ihre Charaktere seltsamen Sitten und Gebräuchen bekannt zu machen, und eben auch endlich eine heiße Spur zu dem Hexer Staubflügel aufnehmen.

An dieser Stelle habe ich dann einfach mal in meinen alten Ideen gewildert, und unter anderem folgende Aufzeichnungen ausgebuddelt:

Alisia von Malizien: Edeldame und Großnichte des Königs. Alisia ist eine resolute Frau, die inzwischen weit über 40 ist. Expeditionen in die Wildnis sind ihre Leidenschaft, und sie nimmt jede Gelegenheit wahr, eine solche mitzumachen. Meistens trägt sie praktische Kleidung, und sie ist sich nicht zu schade, mal den einen oder anderen Ast in das Lagerfeuer zu legen – vorausgesetzt ein Bediensteter hat vorher überprüft, ob dieser auch frei von Kriechtieren ist.

Shollak aus Sharranas: Ein einfacher Bauer, der sich Hals über Kopf in die Edeldame Alisia verliebt hat. Er war begeistert von ihrer beeindruckenden Statur (Die Frau ist fast 1 Meter 90 und wiegt bestimmt100 Kilo, oder mehr!). Leider deutete er ihre ablehnenden Gesten komplett falsch und lud sein ganzes Dorf ein, und inszenierte den traditionellen Brautraub. Inzwischen bereut er die Hochzeit bitterlich, und überlegt, wie er sich elegant aus dieser Misere befreien kann. Das geht aber wohl nur dann, wenn er nicht ihr erster Ehemann ist, und dieser seine Rechte geltend macht.

Alois Daube: Magister Daube wurde als Dolmetscher mit auf die Expedition genommen. Seine Fähigkeiten als [VOM ZENSOR ZURÜCKGEHALTEN]

Manfred von Carstein, Exploratorius Magnus: von Carstein ist ganz der dekadente Adlige. Er haßt das ständige Reisen, und verbringt einen Großteil der Zeit damit, Seekrank zu sein. Dafür erzählt er in der Heimat gerne von seinen großen Taten. Den Titel Exploratorius Magnus hat er von seinem Vater geerbt. Da er aus dem Familienbesitz nur dann Geld bekommt, wenn er eine Reise unternommen hat, ist er gezwungen ständig auf dem ungeliebten Schiff zu sein.

Die Charaktere haben dann zwar Shollak als Häuptling identifiziert, was im Umgang mit den Eingeborenen zum Glück nicht weiter störte. Gerade der Priester hat aber (dramatisch vorbildlich, aber taktisch unklug) regelmäßig die heiligen Sitten und Riten ignoriert oder gestört, und auch die anderen Charaktere interessierten sich nur bedingt für das Bedürfnis der Bataarer nach Balance zwischen Dämonen und Götter. Dabei war die Idee einen erfundenen Ehemann daheim in Catar zu präsentieren gar nicht mal dumm. Besonders Shollak war angetan, gab ihm das doch eine Möglichkeit heil aus der Misere herauszukommen.

Aber wenn die Götter nicht zufriedengestellt werden, kann das böse Folgen haben. Und die Charaktere agierten größtenteils unter der Prämisse, dass die ganze Sache ja nur für den Anschein inszeniert werden müsse, und dann der Dorfälteste dann den Willen der Götter eigentmächtig und passend verkünden würde. Eine Annahme, die von den schon eh leicht erbosten Göttern nicht freundlich aufgenommen wurde.

Ich schob verdeckt einen Counter immer höher um zu sehen, wie lange sich die Götter das Ganze untätig mit ansähen, und siehe da: Noch bevor die Heirat befriedigend aufgelöst wurde erschien Dewa Parvati Uma auf der Bildfläche, der bataarische Gott des Lebens und der Liebe!

Ohne jetzt der Spielerzusammenfassung zu viel vorweg zu nehmen: Dewa Parvati Umas Wunsch nach einer wahren Hochzeit wurde entsprochen, und Kapitän Walter Pelz ist dank Heirat nun wohl auf Platz 17 oder so der Thronfolge. Oh, und die Spieler haben mir wechselweise Fanmail zugeschoben, auf dass ich Jörg D. für nächste Woche noch einmal einlade um dann die Frau Alisia zu spielen, oder um es bitte bitte auf gar keinen Fall zu machen! :)

Auf jeden Fall hat die Gruppe ein schönes kleines neues Problem: Wie kann Kapitän Pelz seine Frau davon überzeugen, dass sie doch besser wieder in die Heimat fährt, und nicht an der Seite ihres “schmucken Ehemannes” die Welt erkundet?


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Der Ausverkauf beginnt!

Wie Isotopp teste ich gerade Flattr. Und um das ganze mal auszuprobieren, gibts die Flattr-Knöppe jetzt auch hier unter jedem Artikel.

Was soll das ganze?

Im Endeffekt ist Flattr endlich ein einfaches und (hoffentlich) funktionierendes Micropayment-Whuffie-System. Man legt fest, wieviel Geld man pro Monat als Anerkennung ausgeben mag und gibt Flattr das im Voraus. Dann verteilt man beim Surfen fröhlich eben genau diese Anerkennung per einfachen “mag ich”-Klick. Am Ende wird das Geld durch die Anzahl Anerkennungsklicks erst ge- und dann entsprechend verteilt.

Genau wie Kris glaube ich nicht, dass irgendwas bei mir landen wird, aber schon um den Dienst bekannt zu machen ist es mir wert. Solche Dinge können nämlich der lang gesuchte Weg sein, Inhalte zu monetarisieren ohne dabei wilde DRM-Schreckgespenste aufzubauen. Der Endanwender hat nämlich seine Kosten unter Kontrolle sowie eine sehr simple und schnell durchschaute UI. Damit ist die Schwelle “mal eben” Anerkennung weiterzureichen erstaunlich niedrig.


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Wolfgang Michal beantragt dies zumindest auf Carta, und hofft, dass ein entsprechender Antrag in Bingen gestellt wird.

Seine Argumentation ist ziemlich schlüssig, den Namen Deutsche Digitale Partei muss man aber nicht mögen. Dennoch, es stimmt: “Piratenpartei” wird als Name noch für lange Zeit mit “Spasspartei” assoziiert werden. Dass die Piraten mit Aktionen wie Killerschach, dem gläsernen Mobil oder den Nacktscannerdemos dann auch noch aus der Rolle der immer ernsten Politiker fallen ist da auch nicht wirklich hilfreich.

Seien wir mal ehrlich: Es gibt nur drei Dinge, die den Parteinamen zementieren:

  1. Wir verstehen uns als Teil der weltweiten Piratenbewegung. Da will man (aus guten Gründen) nicht ausscheren
  2. Es fehlt eine griffige und allgemein akzeptierte Namensalternative
  3. Wir sind schlicht zu stur um das jetzt noch zu ändern.

Im Ergebnis wird die Piratenpartei damit auf absehbare Zeit Teile der Wähler kaum oder gar nicht erreichen – der Makel der Spaßpartei wird haften bleiben. Andere Teile werden sporadische Protestwähler sein, die sich bei der nächsten Wahl wieder abwenden. Das zwingt die Partei aber auch dazu, am eigenem Profil zu arbeiten. Irgendwann wird es ausgefeilt genug sein, um wirklich große Teile der Wählerschaft zu überzeugen.


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Gerade auf Hackerbrause gelesen, anscheinend haben mal wieder Anwälte zu vorschnell und ohne Segen des Klienten gehandelt. Ich zitiere einmal von der Loscher KG Homepage:

leider kam es letzte Woche zwischen uns und unserer Anwaltskanzlei zu einem großen Missverständnis. Wir hatten unsere Kanzlei lediglich beauftragt, heraus zu finden von wem dieses Plakat stammt. Eine Abmahnung an den Betreiber wurde von uns nicht autorisiert.

Wir wollten den Hersteller des Plakates dazu auffordern, dies zukünftig zu unterlassen, da wir absolut gegen jedwede Gewalt sind. Nichtsdestotrotz ist dieser Fehler passiert und wir entschuldigen und dafür. Auch möchten wir uns selbstverständlich bei dem Blogger entschuldigen, den natürlich absolut keine Schuld trifft.

Selbstverständlich haben wir unsere Kanzlei informiert, dass die Abmahnung aufgehoben wird.

So stellt sich das natürlich ganz anders dar. Der von mir verkündete Boykott darf als Gegenstandslos betrachtet werden. Ich bin mal gespannt, ob das betreffende Plakat nun auch wieder online erscheinen wird.

Es bleibt aber dabei, dass das Markenrecht inzwischen schlicht ein viel zu grobes Instrument ist, und so bitteschön nicht benutzt werden darf.


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Ich hatte ja schon davon erzählt. Bislang ist allerdings wohl noch nicht genug zusammengekommen, also, MACHT MIT! Wenn wir Piraten die Sache mit alternativen Vergütungsformen ernst meinen, müssen wir schließlich auch mit gutem Beispiel vorangehen. Alles was zu tun ist, verrät Euch das folgende Widget inkl. einer Hörprobe:


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Ich kann ja verstehen, wenn ein Unternehmen seine Kernmarke nicht in Sachen Gewaltbereitschaft oder autonomer Szene in Verbindung sehen mag. Aufrufe zur Gewalt sind eh voll Moppelkotze.

Aber ich kann nicht akzeptieren, wenn dieses Unternehmen dokumentarische Fotodokumentationen einer solchen Verbindung per Rechtsanwalt und Markenrecht aus dem Netz fegen will. Insofern baue ich jetzt mal auf den Streisand-Effekt: Schmeisst mal schnell die Google Image Suche an und schaut nach “Club Molli”, und sichert Euch das offensichtlich passende Resultat. Dann verkündet, was Ihr da gefunden habt, und kauft keine Club Mate mehr.


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Gerade auf Telepolis entdeckt:

Aber wie passt der steigende Bedarf mit den Plänen von Verteidigungsminister Theodor zu Guttenberg (CSU) zusammen, die Wehrpflicht auf sechs Monate zu kürzen?

“Diese Pläne sind keine Abrüstungsmaßnahme, sondern im Gegenteil, sie tragen erheblich zur Militarisierung bei”, erläutert Mielke. “Statt bisher alle neun Monate werden alle halbe Jahr neue Rekruten eingezogen. Das heißt im Klartext, dass pro Jahr etwa 25.000 Jugendliche mehr eingezogen werden. 25.000 Jugendliche, denen, wenn sie erst einmal in die Fänge der Bundeswehr geraten sind, ein halbes Jahr lang eine glorreiche Zukunft als Zeit- oder Berufssoldat angepriesen werden kann.”

Darüber bin ich noch gar nicht gestolpert, aber das stimmt natürlich. Sowas ist eigentlich ein ziemlich guter Grund, um die Wehrpflicht doch endlich abzuschaffen.


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Ich bin...

I am a Pikachu!


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Nach etwas Auszeit und einem ausgelassenem Log, will ich heute mal etwas weiterschreiben.

Die Spieler hatten es ja mittlerweile zu einem eigenem Schiff gebracht, ein stolzes Drago-Fernhandel-Linienschiff namens Perle der See. Damit sind sie unterwegs in die ferne Provinz Bataar, in der Hoffnung dort die Spur des Hexers Staubflügel aufzunehmen.

Soweit so gut – mir stand eine der meiner Ansicht nach fiesesten SL-Aufgaben einer Kampagne bevor: Die Lange Reise.

Reiseabenteuer sind ... schwierig. Schiffsreisen sowieso. Finde ich jedenfalls. Irgendwie muss man die vorbeiziehende Landschaft beschreiben (Wellen. Wind. Noch mehr Wellen. Oh, da, eine Welle..), interessante Begegnungen einbauen, und nebenbei nicht ins Railroading verfallen, sprich den Spielern Wahlmöglichkeiten lassen.

Im Endeffekt habe ich mich auf den gestrigen Abend wie folgt vorbereitet:

  1. Als Handout gab es eine Paizo Flipmat auf die ich mit dickem Filzer grob die vorhandene Seekarte aufgemalt hatte. Man erkennt zwei Küstenlinien, irgendwo im Südosten eine große Insel, und darüber verstreut kleine Piktogramme die auf Gefahren oder interessante Orte hinweisen. Grob ergaben sich aus der Karte drei mögliche Wege: Luftlinie (was in Sachen Vorräte wohl eng würde, da man nirgendwo mal eben anhalten könnte, zumal die catarischen Seeleute unerfahren in der Navigation nach den Sternen sind – es sind grundsätzlich Küstenschiffer), ostwärts an der Küste entlang und dann nach Süden (hier gäbe es wohl viele Drago-Stützpunkte, die man vielleicht gar nicht besuchen will), oder südwarts an einer anscheinend unerforschten Küste entlang, und dann nach Osten.
  2. Für die verschiedenen Piktogramme erschuf ich kleine (und nicht so kleine) Abenteuerorte. Bewusst wechselte ich für diese wüst die Kulturen und Inhalte – schließlich ist man weit weg von Zuhause. Notiz an mich selbst: Mein pseudo-indischer Akzent ist eher lächerlich als interessant. :)
  3. Zusätzlich baute ich mir eine schöne kleine Zufallstabelle mit Begegnungen und Dingen, die man “auf See” finden kann. Markante Küstenfeatures, Seeräuber, schlechtes Wetter..

All das ergab im Zusammenspiel tatsächlich eine interessante und abwechslungsreiche Schiffsreise. Die Gruppe hat bewusst einige Begegnungen ausgelassen bzw. viele Orte umfahren – aber damit hatte ich gerechnet. Natürlich haben sie die exotischsten Punkte auf der Landkarte verpasst – dafür aber eben auch eine halb vergessene Stätte der Wüstenelben gefunden.

Ach ja, und ein Seeungeheuer. Aber diese Begegnung wird nächste Woche weiter ausgeführt...


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