Orkpiraten

Thinking and Playing and Testing

Muss man gar nicht viel zu sagen:


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Der Titel lautet griffig-bedeutungslos “Falsches Signal in einer unfreien Welt”, aber dahinter versteckt sich eine messerscharfe Analyse der momentanen Politik:

Es gibt in einer freien Gesellschaft keine Alternative zu Aufklärung und Argumenten – im Internet gilt das erst recht.

Gegen das Böse im Netz müssen darüber hinaus aber manche Gesetze modernisiert und viele andere besser umgesetzt werden. Dafür braucht man Know-How, Personal und Geld. Absichtserklärungen aber kosten nichts. Außer Glaubwürdigkeit.

Man möchte den Autor Tobias Kaufmann umarmen, so schön und gleichzeitig unaufgeregt liest sich das. Ich frage mich nur, wann solches Denken auch in den oberen Rängen der sogenannten Volksparteien auftaucht. Bis dahin gilt: Klarmachen zum Ändern!


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Sie haben inhaltlich eigentlich nichts miteinander zu tun. Sie berichten über sehr unterschiedliche Dinge in zwei verschiedenen Ländern. Aber dennoch haben sie beide irgendwie die gleiche Saite in mir zum schwingen gebracht.

Kommentar auf Spiegel Online: Warum die Premiere des Wahlleiters zur Farce geriet – Der selbstherrliche Umgang von Herrn Engeler mit den Parteien die er nicht zur Wahl zugelassen hat.

Revenge of the Nerd: What the Media Won’t Tell You About The Rampage Killer Who Attacked A Pittsburgh Aerobics Class – Eine Analyse des Tagebuchs eines 48jährigen Amokläufers.

Ich lasse das mal im übrigen unkommentiert...


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Ich hatte das ja schon im vorletzten Eintrag und den Kommentaren darin angefangen, will das aber noch ein wenig ausweiten: Ich bin ziemlich strikt gegen eine Kulturflatrate, und zwar aus diversen philosophischen und praktischen Gründen.

Praktische Gründe

Nehmen wir einmal an, eine Kulturflatrate sei politisch gewollt und soll jetzt umgesetzt werden. Geld soll nun von möglichst vielen Leuten eingesammelt und dann nach einem Schlüssel an Kulturschaffende wieder ausgeschüttet werden.

Gelder Einsammeln

Schon das Einsammeln ist nicht ganz einfach: Wenn die Flatrate zum Beispiel auf einen Internetanschluss umgelegt wird, wie geht man dann mit Anschlüssen um, die von vielen genutzt werden (Firmenanschlüsse, Leute mit offenen WLANs...)? Wie gestaltet man faire Preise für Leute die nur sporadisch das Internet nutzen, oder sich “mal eben” im Internetcafé einloggen?

Sowas ist natürlich irgendwie juristisch regelbar, aber das wird a) kein simples Regelwerk und b) es werden genug Leute losschreien, daß gerade ihr Internetzugang doch gar nicht für so etwas gedacht oder gar geeignet sei.

Fair wäre das sicherlich nicht.

Definition Kulturschaffende

Irgendwie muss man definieren, wer sich als Kulturschaffender und potentieller Empfänger der Kulturflatrate qualifiziert. Muss man eine bestimmte Anzahl “Kunstwerke” veröffentlicht haben? Müssen die in irgendeiner Mindestzahl verbreitet sein? Oder reicht die Aussage “ich bin Künstler?” Welche Genres sollen mit aufgenommen werden? Musik, Literatur, Comics, Filme... wenn man hier nicht Abgrenzungen einführt, ist irgendwann jeder, der mal irgendwas im Internet veröffentlich hat “Kulturschaffender”.

Gelder ausschütten

Hier wird es jetzt richtig interessant. Befürworter der Kulturflatrate verweisen auf schon existierende Statistikdienste welche die Filesharing-Netzwerke überwachen und auswerten. Was sie übersehen, ist dass solche Dienste einen ganz anderen Anspruch an Exaktheit und Vollständigkeit haben als ein Dienst der aufgrund solcher Erkenntnisse Millionen Euro ausschütten soll. Warum ist das wichtig?

Ganz einfach: Um Missbrauch vorzubeugen. Momentan dienen die Zugriffszahlen in den Tauschbörsen des Internets nur als Indikator für den Erfolg der Werbung, eventuell der Platzierung in Hitparaden sowie der Marktforschung. Ungenauigkeit wird hier in Kauf genommen und falsche Zahlen haben keine großen Auswirkungen.

(Anders sieht es teilweise bei Diensten wie last.fm aus, die aber auch ein walled-garden, also ein in sich abgeschlossenes System sind.)

Bei einer Kulturflatrate sind solche Zahlen aber im wahrsten Sinne Geld wert. Ein hoher Downloadrang ist gleichbedeutend mit einer hohen Gewinnausschüttung. Dadurch ist der Anreiz mal eben über ein Bot-Net das eigene Lied massenhaft herunterzuladen enorm groß. Ganz neue Betrugsmodelle rund ums Rickrolling werden entstehen. Vertreter der Kulturschaffenden werden dann nach mehr Überwachung des Internets und Regulierung der Tauschbörsen rufen, und wollten wir das nicht gerade loswerden?

Ganz abgesehen davon: Die Meßverfahren müssten quasi halbjährlich komplett neu evaluiert und neu entwickelt werden, um stets den aktuellen Stand der Technik abzubilden und auch keine Vertriebskanäle zu verpassen.

Vom Kopfschmerz Musikschnippsel innerhalb von Videos zu entdecken, ungewöhnlich codierte oder benannte mp3-Dateien den richtigen Interpreten zuzuordnen und ähnlichen Verwaltungsaufwand mal ganz abgesehen.

Philosophische Gründe

Klingt jetzt vielleicht etwas hochtrabend, aber ich habe eben auch ganz grundsätzliche Gründe gegen eine Kulturflatrate.

Kein Opt-Out

Wozu brauche ich ein Opt-Out, soll das nicht eine Solidargemeinschaft sein? Mein Problem ist, dass durch so eine Kulturflatrate jährlich ein fester Millionen-, wenn nicht sogar Milliardenbetrag  eingesammelt und ausgeschüttet wird, komplett unabhängig davon, ob die damit geförderten Werke nun konsumiert worden sind oder nicht. Die digitalen Kopien dieser Werke stehen damit nicht mehr im finanziellen Wettbewerb mit anderen Methoden sie zu konsumieren.

Momentan kann ich entscheiden ob ich 30 Euro für ein bis zwei CDs, Downloads im iTunes Shop oder eine Konzertkarte ausgebe. Vielleicht gehe ich stattdessen ins Kino oder schick essen, oder spare das Geld. Wichtig ist, dass ich die Entscheidungsfreiheit habe, wofür ich mein Geld ausgebe. Wenn die gesamte Musikindustrie nur noch Mist produziert, brauche ich den nicht zu bezahlen.

Führen wir eine Kulturflatrate ein, bekommen die Schaffenden immer Geld, egal ob ihre Werke der Mehrheit der Bevölkerung gefallen oder nicht. Sie müssen nur eine Mehrheit der getauschten Dateien darstellen, was leider nichts über die Qualität der Inhalte oder dem Wohlwollen der Konsumenten aussagt. Und die herunterladenden Personen sind noch lange nicht ein repräsentativer Ausschnitt der Gesamtbevölkerung.

Dadurch werden die vollkommen falschen Anreize ausgegeben, schlimmer noch als es im derzeitigen Modell der Fall ist.


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Zumindest Ingo hat es ja schon bemerkt, meine Twitter-Updates landen jetzt auch in meinem MeinVZ. Damit erspare ich es mir, den Status da immer neu zu schreiben. Und ab jetzt werden Blog-Einträge auch auf meinem Twitterstream verlinkt. Mir entkommt keiner! ;)


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...und die Reaktionen darauf. Das soll eine der etablierten Parteien so erst einmal nachmachen!


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Vor zwei Jahren noch absolut undenkbar und nur in der Ecke der “Internetspinner der Piratenpartei” diskutiert, jetzt schon von den Grünen und der SPD ernsthaft im Wahlkampf aufgegriffen: Die Kulturflatrate. Ganz unbescheiden denke ich, daß dies wirklich ein erster Erfolg der Piratenpartei ist. Alleine durch Mitgliederzahlen und Aktionen wurden die etablierten Parteien dazu gebracht sich ernsthaft mit diesen Themen zu beschäftigen.

Leider haben diese dann aber nicht die Erkenntnisse und Fragen der Diskussion innerhalb der Piratenpartei mit übernommen: Eine Kulturflatrate ist ein bürokratisches Monster gegen das die GEMA wie die Kaffekasse eines Sportvereins ausschaut.

Es geht mit dem Kopfschmerz der Datenschützer los, will man die tatsächliche Verteilung der Inhalte nur halbwegs akkurat überprüfen. Dazu kommen dann noch Fragen des Verteilungsschlüssels, der Höhe der einzusammelnden Entgelte, die Frage ab wann man an Ausschüttungen teilhaben darf, und so weiter und so fort.

Nicht umsonst ist die Kulturflatrate innerhalb der Piratenpartei höchst umstritten und daher auch nicht Teil des Wahlprogramms. Das soll nicht heißen, daß es mit der Piratenpartie niemals zu einem solchen Konstrukt kommen wird. Sicher ist aber, daß die Piratenpartei diese wirklich erst dann propagieren wird, wenn diese Fragen geklärt sind.

Ich persönlich glaube nicht, dass das jemals der Fall sein wird, wer gegen die derzeitigen Praktiken der GEMA ist, kann nicht für eine wie auch immer geartete Kulturflatrate sein.


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Wie cool ist das denn? Auf Spiegel Online habe ich einen Link zu Project Aon gefunden. Dort sind alle Lone Wolf Spielbücher online hinterlegt. Zum Durchklicken, lesen, herunterladen, spielen. Für viele sicherlich ein alter Hut, die Seite gibt es ja schon seit 2007, für mich aber neu.

SpOn nennt sie “gedruckte Gameboys”, und so etwas ähnliches ist es ja auch:

Joe Dever's most popular series of gamebooks, set primarily in the mythical world of Magnamund in the universe of Aon (hence our name).

You, the reader, play as Lone Wolf, a warrior-monk whose potential as a hero emerges from the tragic defeat of his teachers and kinsmen, known as the Kai Lords.

These are solo adventures that can be read and interpreted at your leisure, bringing a unique experience to the reader. The most similar books to these that found a mainstream audience are the Choose Your Own Adventure and Fighting Fantasy series.

In Lone Wolf, however, you do not only make key decisions in the text, but also choose your equipment and unique abilities, which may help you to survive through encounters that have both strategic and random elements. Lone Wolf books are also relatively unique in that the books can be read and played individually or as part of the larger series, where you can use skills and items gained from one book in another book.

Großer Spaß für die Mittagspause Leute... :)

Lone Wolf Gamebooks auf projectaon.org


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...

Das Interview mit Aaron Koenig auf YouTube regt auf. Angeblich hat die Piratenpartei damit schon jetzt ihre Werte verraten und schielt nur noch nach “der Macht”.

Kinder, kommt mal wieder runter. Die Piratenpartei hat schon immer bekräftigt, “nur” eine Themenpartei zu sein. Unsere Themen sind, ganz grob gesagt, die Urheberrechtsreform, transparenter Staat und Bürgerrechte off- wie online. Das ist die Piratenpartei in Quintessenz, das vertritt sie offensiv. Und nur mal angenommen, wir bekommen bei der Bundestagswahl im September >5% der Stimmen, und eine Partei bietet uns tatsächlich eine Koalition an...

...dann wird dieses Angebot gründlich geprüft, egal von wem es kommt (rechtsradikale Parteien mal ausgenommen). Ja, auch wenn das Angebot von [CDU|SPD|FDP|Linke|Grüne] kommt, sogar wenn es von der Rentnerpartei kommt.

Entscheidungskriterium ist allerdings nicht, ob die anbietende Partei möglichst viele Posten und Pöstchen rüberschiebt, sondern ob sie sich bereiterklärt die Kernthemen der Piratenpartei mit in die Koalitionsvereinbarungen übernimmt. Das sagt Aaron auch ziemlich deutlich im Interview. Nur wenn sich [CDU|SPD] wieder in Richtung Verfassungstreue und Bürgerrechte bewegt wird sie für die Piratenpartei koalitionsfähig.

Sonst nicht. Ja, das kann unter Umständen bedeuten, daß die Piratenpartei eine Koalition mit genau der Partei eingeht, die Ihr gerade gar nicht leiden könnt.

Leider können wir es nämlich nicht jedem Recht machen: Der eine sagt “NIEMALS mit der SPD”, der andere schreit “OMG, doch nicht mit der BÖSEN CDU!”, ein anderer jammert über die “träumerischen Grünen”, der nächste beschwert sich über die “überhebliche und nur die Reichen unterstützende FDP” während noch andere über “diese kommunistischen und Stasi-verseuchte Linke” polemisiert.

Daher nochmal: Die Piratenpartei steht felsenfest zu “ihren” Themen. Um die geht es in diesem Wahlkampf, dieses Parteiprogramm will erfüllt werden. Würden wir eine Chance dieses umzusetzen nicht ergreifen, könnten wir uns auch gleich wieder auflösen.

Du denkst anders? Du meinst, diese Themen sind zwar wichtig, andere Themen müssten aber auch ins Programm? Dann trete der Piratenpartei bei, diskutiere mit und überzeuge die anderen Piraten von Deinen Ansichten mit sachlichen Argumenten. Vielleicht sind sie dann sogar im nächsten Wahlprogramm enthalten, und solch Wirrwarr ist gar nicht mehr nötig.

Im übrigen habe ich es so langsam satt, mir ständig vorhalten lassen zu müssen, ich würde Rechtsradikale oder ähnliche Dumpfbacken unterstützen, nur weil ich nicht gleich in Hysterie ausbreche wenn jemand im Internet Dummfug schwätzt.


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Auf dem Weg vom Airport-Bus zum Koffer-Check-In stoße ich auf einen Menschenauflauf. Sie schleppen schweres Filmequipment und bauen sich rund um die Rolltreppe herum auf:

Menschenauflauf vor der S-Bahn

Neugierig wie ich nun einmal bin, gehe ich näher ran. Jepp, die sprechen alle Indisch, genauso wie man es erwartet. So rein akustisch erwarte ich Kaya Yana irgendwo in der Mitte..

Schaulustige sammeln sich..

Man kann nicht viel erkennen, aber anscheinend reicht ein Take nicht. Alle paar Sekunden hört man zwei Leute die Rolltreppe wieder herunterlaufen, unter großem Gelächter des ganzen Filmteams.

Elvis?

Von der Seite erkennt man dann endlich mehr. Wobei, hinter der großen Sonnenbrille könnte Elvis, Jackie Chan oder auch irgendwer anders stecken...

Spannend!?


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